KI in der gesetzlichen Krankenversicherung – wenn Innovation endlich Alltag wird

Autorin: Vivian Marie Legner, Account Executive, IBM iX Germany GmbH

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21.7.2026

Künstliche Intelligenz (KI) verändert, wie wir arbeiten, kommunizieren und Entscheidungen treffen. Auch gesetzliche Krankenkassen stehen an diesem Wendepunkt: zwischen der Weiterentwicklung digitaler Gesundheitsservices, steigenden Erwartungen der Versicherten, regulatorischen Anforderungen und wachsendem Kostendruck. 

Doch nicht jede Herausforderung benötigt automatisch eine KI-Lösung. Auch wenn KI aktuell enormes Potenzial bietet, zeigt die Praxis: Der beste Ansatz ist immer der, der tatsächlich zum Zielbild der Organisation passt. Genau hier setzt IBM iX an – mit dem Anspruch, gemeinsam mit Krankenkassen den geeigneten Lösungsweg zu finden. Ob mit oder ohne KI: Entscheidend ist, was nachhaltig Wirkung für Versicherte, Mitarbeitende und die Organisation entfaltet. Der Zeitpunkt zu handeln ist jetzt. 

Effizienter arbeiten, ohne Mitarbeitende zu überlasten: Wie KI unterstützt 

Fachkräftemangel, regulatorische Anforderungen, steigende Fallzahlen und hohe Erwartungen an digitale Services erfordern neue Lösungsansätze in der gesetzlichen Krankenversicherung. KI kann dabei helfen, Prozesse zu automatisieren, Entscheidungen zu unterstützen und die Kommunikation mit Versicherten zu vereinfachen. Gleichzeitig besteht für Krankenkassen die Herausforderung, digitale Gesundheitsangebote wie die ePA nachhaltig im Alltag der Versicherten zu verankern. Der Erfolg digitaler Innovationen bemisst sich nicht allein an ihrer technischen Verfügbarkeit, sondern vor allem an ihrer tatsächlichen Nutzung und ihrem wahrgenommenen Mehrwert. Versicherte erwarten heute intuitive, schnelle und verständliche digitale Services – vergleichbar mit den Erfahrungen, die sie aus anderen Branchen kennen. Mitarbeitende profitieren, wenn Routineaufgaben automatisiert werden und Anfragen gezielter bearbeitet werden können. So bleibt mehr Zeit für Beratung, Betreuung und komplexe Sachverhalte.  

Für Krankenkassen stellt sich weniger die Frage, ob KI eingesetzt werden sollte, sondern wo sie den größten Nutzen entfalten kann. Besonders wertvoll sind daher Beispiele, die den konkreten Einsatz im Gesundheitswesen beleuchten. Sie verdeutlichen, wie Organisationen digitale Innovationen nutzen, um Versichertenerlebnisse zu verbessern, Mitarbeitende zu entlasten und die Grundlage für zukunftsfähige Gesundheitsservices zu schaffen.  

Praxisbeispiele aus dem Gesundheitswesen zeigen, dass erfolgreiche Digitalisierung nicht bei der Technologie beginnt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Nutzerzentrierung, Daten, Prozessen und verantwortungsvoller Innovation. Die folgenden Projekte veranschaulichen, wie dieser Ansatz in der Praxis umgesetzt werden kann. 

Zusammenarbeit als Schlüssel 

Wie die Zusammenarbeit zwischen Krankenkassen, Gesundheitsorganisationen, Technologiepartnern und Fachexpert*innen zu greifbaren Ergebnissen führen kann, zeigen zahlreiche Projekte im Gesundheitswesen. Entscheidend ist dabei nicht der Technologieeinsatz allein, sondern die Verbindung von Nutzerzentrierung, Datenkompetenz und verantwortungsvoller KI. IBM iX begleitet Organisationen entlang dieser gesamten Wertschöpfungskette – von digitalen Serviceplattformen über KI-gestützte Entscheidungen bis hin zu innovativen Versichertenerlebnissen. 

1. KI mit Wirkung: TheraKey 

Wenn Technologie konkrete Alltagsprobleme löst, entfaltet sie ihren größten Nutzen. Das digitale Therapiebegleitprogramm TheraKey von Berlin-Chemie zeigt eindrucksvoll, wie generative KI Patient*innen unterstützen und gleichzeitig die Gesundheitsversorgung stärken kann.  

Gemeinsam mit IBM iX wurde die Plattform zu einem personalisierten Therapiebegleiter für Menschen mit chronischen Erkrankungen weiterentwickelt. Nutzer*innen erhalten wissenschaftlich fundierte Informationen, individuelle Inhalte und digitale Unterstützungsangebote entlang ihrer Therapie. 

Ein besonderer Baustein ist der KI-gestützte Assistent ISA. Der Chatbot kombiniert generative KI mit medizinisch validierten Inhalten und beantwortet individuelle Fragen zu Erkrankungen wie COPD oder Asthma. Durch klare fachliche Leitplanken, hochwertige Datenquellen und hohe Datenschutzstandards entsteht eine Lösung, die sowohl personalisiert als auch vertrauenswürdig ist. 

Für gesetzliche Krankenkassen liefert TheraKey eine wichtige Erkenntnis: KI kann weit über Prozessautomatisierung hinausgehen. Richtig eingesetzt verbessert sie die Kommunikation, stärkt die Gesundheitskompetenz und unterstützt Menschen dabei, ihre Gesundheit aktiv zu managen.  

2. Nutzerzentrierung vor Technologie: BARMER Gesundheitsservices neu gedacht 

Digitalisierung beginnt beim Menschen, nicht bei der Technologie. Die gemeinsame Transformation der digitalen Gesundheitsservices von BARMER und IBM iX zeigt, wie konsequente Nutzerzentrierung zu besseren digitalen Erlebnissen führt.  

Mit mehr als acht Millionen Versicherten steht die BARMER vor ähnlichen Herausforderungen wie viele gesetzliche Krankenkassen: steigende Erwartungen an digitale Services, Kostendruck und die Notwendigkeit einer konsistenten Customer Experience. Gemeinsam mit IBM iX wurden die Website, der Mitgliederbereich „Meine BARMER“ sowie weitere digitale Produkte grundlegend neu gestaltet. Im Mittelpunkt standen eine intuitive Nutzerführung, vereinfachte Prozesse und barrierearme digitale Services.  

Die Basis bildet ein zentrales Design System mit wiederverwendbaren Komponenten, das digitale Services über alle Kanäle hinweg konsistent und effizient macht. Versicherte profitieren von einer verständlichen, modernen Experience, während die Organisation Skalierbarkeit und Effizienzgewinne erzielt. Das Projekt zeigt: Die größte Wirkung entsteht häufig nicht durch KI, sondern durch konsequente Nutzerzentrierung und intelligente Servicegestaltung.  

3. Daten als Grundlage: VALIDATE 

Damit KI echten Mehrwert liefern kann, benötigt sie eine belastbare Datenbasis. Das europäische Forschungsprojekt VALIDATE zeigt, wie Daten, KI und vertrauenswürdige Entscheidungsunterstützung im Gesundheitswesen zusammenwirken können.  

Gemeinsam mit Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen und weiteren Partnern entwickelt IBM iX eine KI-basierte Lösung zur Unterstützung von Ärzt*innen bei der Behandlung von Schlaganfällen. Ziel ist es, auf Basis medizinischer Daten die Erfolgsaussichten verschiedener Therapieoptionen zu prognostizieren und medizinische Entscheidungen zu unterstützen.  

Besonders relevant für gesetzliche Krankenkassen ist dabei der Ansatz: KI wird nicht als Black Box verstanden, sondern als transparente und vertrauenswürdige Unterstützung für Fachkräfte. Das Projekt verbindet Datenqualität, Nutzerfreundlichkeit, Ethik und regulatorische Anforderungen – genau jene Faktoren, die auch für den erfolgreichen Einsatz von KI im Krankenkassenumfeld entscheidend sind.  

KI als Werkzeug – nicht als Selbstzweck

Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für Menschen, sondern ein Instrument, um Mitarbeitende zu entlasten, Nutzererlebnisse zu verbessern und datenbasierte Entscheidungen zu unterstützen. Sie kann Routineaufgaben automatisieren, relevante Informationen schneller zugänglich machen und neue Formen der Interaktion ermöglichen. Ihr Nutzen entsteht jedoch nicht durch die Technologie allein, sondern durch ihren zielgerichteten Einsatz entlang konkreter Herausforderungen und Bedürfnisse von Versicherten, Patient*innen, Mitarbeitenden und Organisationen im Gesundheitswesen. 

Damit KI ihr Potenzial in gesetzlichen Krankenkassen entfalten kann, braucht es:

  1. Rechtssicherheit durch Einhaltung von Datenschutz-, Sozialversicherungs- und EU-Vorgaben.
  2. Transparente Prozesse und menschliche Kontrolle bei relevanten Entscheidungen.
  3. Ethik und Werteorientierung als Leitprinzip bei der Entwicklung und Nutzung von KI.
  4. Kompetenzaufbau und Beteiligung der Mitarbeitenden.
  5. Technische Infrastruktur sowie klar definierte Anwendungsfälle und Zielbilder.

Was gesetzliche Krankenkassen jetzt brauchen

Der Einsatz von KI in der gesetzlichen Krankenversicherung ist keine Zukunftsvision. Er ist eine Antwort auf aktuelle Herausforderungen: steigende Erwartungen der Versicherten, zunehmende regulatorische Anforderungen und der Bedarf, vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen. 

Wer jetzt handelt, gestaltet die Zukunft aktiv mit – für eine Krankenversicherung, die effizienter arbeitet, Mitarbeitende entlastet und Versicherten bessere digitale Erlebnisse bietet.  

Transformation mit Wirkung gestalten

IBM iX begleitet gesetzliche Krankenkassen auf der gesamten Transformationsreise.  Von der strategischen Zielbildentwicklung über die Gestaltung digitaler Gesundheitsangebote und die technologische Umsetzung bis hin zu GovernanceChange Management und Adoption begleiten wir Organisationen dabei, Veränderungen nachhaltig zu verankern und messbare Wirkung zu erzielen. Lassen Sie uns gemeinsam den richtigen Weg zwischen Innovation, Nutzerzentrierung und regulatorischen Anforderungen finden – mit KI dort, wo sie echten Mehrwert schafft, und mit einem klaren Fokus auf nachhaltige Wirkung für Versicherte und Organisation. 

Kontakt


Vivian Marie Legner
Account Executive, IBM iX Berlin
Bild von Sara Stechow
Sara Stechow
G2M Lead Regulated Markets, IBM iX Studio Berlin