10/07/2023

KI von watsonx bietet Tennisbegeisterten bei Wimbledon ein vollkommen neues Fanerlebnis

Autor: Tyler Sidell

IBM und der All-England Lawn Tennis Club (AELTC) treiben die digitale Transformation beim weltberühmten Tennisturnier Wimbledon bereits seit über 30 Jahren in partnerschaftlicher Zusammenarbeit voran. Dieses Jahr setzt Wimbledon auf generative KI, um neue digitale Erlebnisse in der App und auf der Website des Turniers zu bieten. Zum Einsatz kommt dabei watsonx, die neue vertrauenswürdige KI- und Datenplattform von IBM.

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Automatisierter KI-Kommentar auf Basis von Foundation Models

IBM hat erstmals 2017 künstliche Intelligenz (KI) zur Zusammenstellung von Highlight-Videos eingesetzt. Für diese Pionierleistung wurde das IBM Consulting Team 2023 mit einem Emmy® Award ausgezeichnet. Die Lösung nutzt Gestenerkennung (wie z. B. die „Becker-Faust“ und Reaktionen der Spieler), den Publikumsjubel und Spielanalysen (z. B. Break Points), um besonders spannende Highlights in Videos zu identifizieren. Das funktioniert sowohl beim Tennis als auch beim Golf.

Dieses Jahr können Tennisfans den Highlight-Videos aus Wimbledon einen KI-generierten Kommentar zuschalten, um sich Anfang und Ende der Videos sowie die wichtigsten Stellen ausführlich kommentieren zu lassen. Für eine bessere Barrierefreiheit können auch Untertitel zugeschaltet werden – ein Punkt, der dem AELTC besonders wichtig war.

Die Lösung basiert auf einem mit watsonx entwickelten Foundation-Modell. watsonx ist IBMs businesstaugliche KI-Plattform für Unternehmen, mit der der gesamte Lebenszyklus von KI-Modellen – von der Zusammenstellung vertrauenswürdiger Datenquellen bis zur Steuerung von verantwortungsbewusster, vertrauenswürdiger KI – gemanagt werden kann. Der erste Arbeitsschritt wurde in watsonx.data getan, einem Datenspeicher, der verschiedene Datenquellen miteinander vernetzt und Entwickler*innen die Möglichkeit bietet, vulgäre Ausdrücke, Hassreden und personenbezogene Daten aus diesen Daten herauszufiltern. Für den KI-Kommentar stellte das Team fast 130 Millionen Dokumente als Quellenmaterial zusammen.

Mit diesen Daten wurde ein großes Sprachmodell trainiert, das aus watsonx.ai ausgewählt wurde, einem Studio der nächsten Generation zum Aufbau und Training von generativen KI-Modellen für kommerzielle Anwendungsfälle. Das IBM-Team hat dem Modell dann den Feinschliff verpasst und tennisspezifische Expertise ergänzt, darunter auch die einzigartige Terminologie von Wimbledon, wo es zum Beispiel „gentlemen’s draw“ statt „men’s draw“ heißt. Das finale Modell umfasst ganze 3 Mrd. Parameter und das Team wird seine Performance mithilfe von Governance-Tools weiter überwachen, um sicherzustellen, dass das Modell tut, was es soll.

„Die Plattform watsonx hat uns die Chance geboten, die Leistungsfähigkeit von generativer KI schnell für uns zu nutzen, ohne Vertrauen oder Transparenz aufgeben zu müssen“, erklärt Aaron Baughman, Distinguished Engineer und Master Inventor bei IBM. „Genau das meinen wir, wenn wir von ‚KI für Unternehmen‘ reden. Beim Einsatz von KI im kommerziellen Kontext muss man sich darauf verlassen können, dass ein Modell skalierbar, zuverlässig und vertrauenswürdig ist.“

Ein Gemeinschaftsprojekt mit IBM iX®

IBM iX ist die Experience Agency von IBM Consulting und arbeitet das ganze Jahr über mit dem Club an der Gestaltung, Entwicklung, Pflege und dem Schutz der Website und Apps des Turniers. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, das digitale Erlebnis kontinuierlich um innovative, neue Features zu bereichern und dabei die Tradition, die Schönheit und das schlichte Design von Wimbledon zu bewahren.

Zweimal im Jahr treffen sich die Teams von IBM iX und Wimbledon zu Workshops, die nach der IBM Garage™-Methode durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um eine Design-Thinking-Kollaboration für Unternehmen, die einen Rahmen vorgibt, um die nächste Generation von Features, mit denen die Fanbindung weiter gestärkt wird, zu entwickeln und zu iterieren. Im Designprozess orientieren sie sich an Personas und Journey Maps und bedienen sich agiler Entwicklungstechniken, um in einem iterativen Verfahren schnell neue Features zu entwickeln. Neben dem KI-Kommentar hat das Team noch weitere Verbesserungen eingeführt. Hier eine Auswahl:

KI-Auslosungsanalyse

Sobald das Ergebnis der Auslosung eines Turniers bekannt gegeben wird, bewerten Spieler*innen und Fans gleichermaßen, wie viel Glück die einzelnen Teilnehmer*innen hatten und welcher Weg sie durch das Feld der Konkurrent*innen führt: Hatten Sie Losglück oder eher Lospech? Dieses Jahr hilft die KI-gestützte Auslosungsanalyse „IBM AI Draw Analysis“, Vorhersagen stärker durch Daten zu untermauern. Dazu wird allen Teilnehmenden der Einzelauslosung ein statistischer Faktor zugewiesen, das sogenannte Auslosungs-Ranking.

Im Zuge der Analyse werden zwei ältere Innovationen genutzt, die IBM bereits vor einer Weile für den Club entwickelt hat: der „IBM Power Index“, eine KI-gestützte Analyse der Leistung und Dynamik einzelner Spieler*innen in der letzten Zeit (unter Berücksichtigung des Eindrucks, der aus der natürlichen Sprachverarbeitung der medialen Diskussion durch IBM Watson Discovery gewonnen wurde), und die „Likelihood to Win“, die angibt, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand eine bestimmte Einzelpartie gewinnen wird.

Die Auslosungsanalyse basiert auf strukturierten und unstrukturierten Daten und trifft eine Aussage darüber, inwieweit einzelne Spieler*innen im Vorteil oder im Nachteil sind. Sie wird im Laufe des Tages, während das Turnier voranschreitet und Spieler*innen ausscheiden, aktualisiert. Dem Auslosungsergebnis aller Spieler*innen wird ein Platz in einem Ranking zugewiesen; von 1 (am günstigsten) bis 128 (am schwierigsten). Fans können auch einzelne Matches anklicken, um sich den voraussichtlichen Schwierigkeitsgrad dieser Runde anzeigen zu lassen.

 

Der Weg zum Finale

Anhand der KI-Auslosungsanalyse können Benutzer*innen der Wimbledon-App sich für alle Spieler*innen den voraussichtlichen Weg von der ersten Runde bis ins Finale anzeigen lassen. Die Funktion „The Path to the Final“ (der Weg zum Finale) listet alle nach der Auslosung möglichen Begegnungen anhand der Kennzahl „IBM Likely to Play“, einer Bewertung der Begegnungswahrscheinlichkeit, auf. Während ein Match läuft, können Fans Punktestand und Statistiken außerdem im „IBM SlamTracker“ live verfolgen.

Zwischen IBM und Wimbledon besteht ein Beratungsverhältnis, das sich bewährt hat und sich auf businesstaugliche Automatisierung und KI-Toolsets stützt. Diese Partnerschaft hat abermals ein innovatives Fanerlebnis hervorgebracht, das Millionen Tennisfans auf der ganzen Welt begeistern wird.

 

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