06/11/2023

Usability und Nachhaltigkeit im Maschinenbau - IBM iX auf der „Future of Industrial Usability Conference“

Am 23. und 24. Oktober fand die Future of Industrial Usability Conference & Expo 2023 in Würzburg statt. Als Keynote-Redner war auch Thorsten Sachtje von IBM iX eingeladen. Er sprach darüber, wie Nachhaltigkeit im Maschinenbau entscheidend mit den Themen UX und Usability verbunden ist.

Für die diesjährige Future of Industrial Usability Conference & Expo war Thorsten Sachtje, Senior Partner Sales Manager bei IBM iX, als Keynote-Speaker eingeladen. Er sprach auf der Konferenz über Benutzerfreundlichkeit in der Industrie und erklärte, warum sie im Kontext von Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielt.

Die Future of Industrial Usability Conference & Expo

In diesem Jahr kamen bei der Future of Industrial Usability Conference & Expo zum zweiten Mal UX- und Usability-Expert*innen zusammen, um sich zum Thema Nutzerfreundlichkeit in der Industrie auszutauschen. Im Fokus standen Lösungen zur Bedien- und Prozesssicherheit von Anlagen sowie Maschinen, Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine und weitere Themen. Renommierte Redner*innen berichteten branchenübergreifend von neuen Entwicklungen in ihren Bereichen. Außerdem wurde der IUX Award für UX Professionals verliehen.

IBM iX Keynote: Nachhaltigkeit im Maschinenbau

Der Titel von Thorsten Sachtjes Keynote lautete „Nachhaltigkeit im Maschinenbau – mach es deinen Kunden einfach, das Richtige zu tun“. Hierbei stellte er heraus, dass Usability eine entscheidende Rolle für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und das Erreichen der Klimaziele spielt. Daher müsse sie auch fester Bestandteil nachhaltiger Strategien sein. Sachtje zeigte zunächst verschiedene Möglichkeiten auf, im Laufe des Lebenszyklus einer Maschine Ressourcen zu sparen, etwa durch entsprechend ausgerichtetes Produktdesign, nachhaltige Geschäftsmodelle oder die Modernisierung bestehender Maschinen – sogenanntes Retrofitting. Das reine Bereitstellen von nachhaltigen Möglichkeiten reiche aber nicht aus, entscheidend sei, dass Kund*innen diese auch erkennen und nutzen. Eine Nachhaltigkeit fördernde Customer Journey könne hierbei entscheidend unterstützen.

Wie so etwas in der Praxis gelingen kann, zeigte Sachtje anhand eines B2B-Kundenportals. Dieses ist gezielt für die Förderung von Nachhaltigkeit gestaltet. Es enthält Funktionen, die dabei helfen, nachhaltige Produkte aufzufinden und zu vergleichen sowie die Effekte nachhaltigen Handelns gezielt im Blick zu behalten. Als dritter Punkt der Keynote-Rede ging der Berater auf die Verantwortung von Usability-Expert*innen im Unternehmen ein: Sie haben die Aufgabe, wichtige Weichen im Namen der Umwelt zu stellen.

Fachlicher Austausch und viele Erkenntnisse zu UX-Themen

Die Konferenz bot darüber hinaus viele Möglichkeiten zum Austausch mit UX Designer*innen aus dem Maschinenbau-Umfeld. In diesem Rahmen hat sich gezeigt, dass gute Usability und User Experience – insbesondere Einfachheit sowie unkomplizierte Bedienbarkeit – vermehrt als Wettbewerbsvorteil wahrgenommen werden. Außerdem verändere sich das Business, und auch Software sowie Services können nun Umsatz generieren.

Herausforderungen für das UX-Design

Einige zentrale Herausforderungen für UX-Designer*innen im Industrieumfeld haben sich auf der Konferenz herauskristallisiert:

  1. die eigenen Kolleg*innen im Unternehmen auf die Reise zu mehr Kundenzentriertheit mitzunehmen.
  2. die Wahrnehmung von User Experience Designer*innen oder User Researcher*innen zu verändern: Es geht nicht nur darum, Produkte „schön“ zu machen. Darüber hinaus kam der Vorschlag auf, den Begriff UX Designer*in durch UX Architect zu ersetzen, da das Wort Design im Deutschen oft missverstanden werde.
  3. den Business Value von User Experiences zu messen und nachzuweisen.
  4. früh genug mit in Projekte eingebunden zu werden.
  5. UX-Aufgaben bei beschränkten Ressourcen zu fokussieren und an strategischen Unternehmenszielen auszurichten.
  6. als UX Designer*in bessere Lösungen für Endanwendende zu gestalten, zu mehr Umweltbewusstsein beizutragen und Auswirkungen auf Mitarbeitende sowie Gesellschaft zu berücksichtigen.

Um Risiken zu minimieren, sei es von entscheidender Bedeutung, für den Produkterfolg wichtige Fragen und Annahmen durch User Research zu validieren. Bei IBM iX wird dies bereits mit z.B. Methoden aus dem IBM Enterprise Design Thinking zur Validierung von Annahmen umgesetzt.  Außerdem sei es sinnvoll, die Perspektive von Kolleg*innen aus anderen Disziplinen sowie des Managements zu verstehen. Diese wollen selbstverständlich wissen, welche Ergebnisse mit dem UX-Budget erzielt würden. Das Verständnis lasse sich etwa durch User Research, Schulungen, Messung von UX-KPIs sowie den Verweis auf Normen erzielen.

Weitere Themen auf der Future of Industrial Usability Conference

Zur Kundenzentriertheit im Unternehmen betonte der Vortrag von KUKA Deutschland GmbH die Notwendigkeit, vom reaktiven zum proaktiven UX-Team überzugehen. Außerdem wurde gezeigt, dass die Anwendung von ISO-Normen für Usability sowie die Einführung firmenspezifischer Designprinzipien zu mehr Objektivität bei Designentscheidungen beitragen. Weil der Kulturwandel in Unternehmen allerdings Zeit brauche, sei auch Geduld nötig.

Abgleich von Business- und UX-Zielen

Über mehr Verständnis für die Rolle von UX-Designer*innen und -forschenden wurde ebenfalls diskutiert. Wichtig sei vor allem, dass das UX-Team aus Personen mit unterschiedlichen Hintergründen bestehe und der Bereich User Experience gut in die gesamte Organisation eingebunden sei. Mehrere Vorträge behandelten dieses Thema: im Beitrag von EPLAN GmbH & Co. KG wurde gezeigt, wie durch die Zusammenarbeit von Business und User Research Produkte erfolgreich gemacht werden. Timothy Burk von der SICK AG erklärte, wie das UX-Team in die Organisation integriert ist und ein menschenzentrierter Ansatz in den strategischen Zielen verankert wird. Anhand von konkreten Beispielen demonstrierte Daniel Ziegler von Custom Interactions GmbH in seinem Vortrag, wie Business-Ziele auf messbare UX-Ziele umgelegt werden können.

Sinnvoller Ressourceneinsatz

Auch die Priorisierung von UX-Aufgaben sei eine der wichtigen Herausforderungen. UX-Teams sollten deshalb gemeinsam mit den jeweiligen Projekt-Teams definieren, wie und in welchem Umfang zusammengearbeitet werde. Dies sei für einen effizienten Ressourceneinsatz unabdingbar. Nicht zuletzt zeigten die Vorträge auch, dass Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit wichtige Rollen für das Design sowie die Implementierung nachhaltiger Lösungen spielen. Zu diesem Bereich zähle auch ein verantwortungsvoller Ressourceneinsatz.

Insgesamt ergaben sich aus der Konferenz aufschlussreiche Erkenntnisse darüber, wie Unternehmen UX-Prinzipien in ihre Geschäftsstrategie integrieren können. Auch für die Entwicklung benutzerzentrierter Lösungen, die zugleich barrierefrei und nachhaltig sind, gab es wertvolle Anregungen.

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