Growth neu denken: 5 Fragen an Alexandra Mennes

Im Gespräch: Alexandra Mennes (Growth Lead, IBM iX) & Samira Imsirovic-Kaya (CEO, IBM iX)

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3.8.2026

Mit Alexandra Mennes verstärkt IBM iX zum 1. August die Growth-Expertise im DACH-Raum. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, was Wachstum heute bedeutet und wie sie auf Innovation und die Zukunft des Agentur- und Beratungsmarktes blickt. 

Growth ist für Alexandra Mennes weit mehr als eine Vertriebsdisziplin. Als neue Growth Lead im Executive Leadership Team von IBM iX bringt sie über 20 Jahre Erfahrung aus Technologie, Beratung und Agenturgeschäft mit – und die Überzeugung, dass nachhaltiges Wachstum dort entsteht, wo Mensch, Technologie, Empathie und Experience zusammenkommen. Den „Human Factor“ versteht sie nicht als Buzzword, sondern als Haltung.

Die erfahrene Managerin kommt von Valtech, wo sie zuletzt als VP Growth DACH für das Neugeschäft und strategische Partnerschaften verantwortlich war. Zuvor prägte sie bei Microsoft über sieben Jahre die Zusammenarbeit mit Agenturen und entwickelte das globale Modell für erfolgreiche Cloud-Partnerschaften mit Agenturen. Davor war sie in leitenden Funktionen bei Starcom, Digitas und Tomorrow Focus Technologies tätig – stets an der Schnittstelle von Technologie, Marketing und Business Development.

Alexandra, warum hast du dich für IBM iX entschieden? 

Zuallererst hat es menschlich geklickt: der offene und authentische Austausch, der unternehmerische Anspruch und die allgegenwärtige Neugier. Dazu kommen die anerkannte iX-Exzellenz im Markt und das tiefe Verständnis für Human Experiences – strategisch, konzeptionell und technologisch. Diese Mischung aus fachlicher Tiefe, Beratung auf Augenhöhe und nachhaltiger Umsetzungskraft beeindruckt mich. Genau hier möchte ich mitwirken. Der Mix aus globalem Tech-Konzern und lokalem Agenturbusiness ist für mich das Sahnehäubchen, denn er ermöglicht mir, groß zu denken und gleichzeitig nah am Kunden zu bleiben.

Rückblickend verbindet die neue Rolle für mich zwei Stationen meines Werdegangs, die ich lange als getrennt empfunden habe. Bei Microsoft habe ich Konzernstrukturen und eine hochprofessionelle, skalierende Arbeitsweise kennen- und schätzen gelernt – groß denken, nach den Sternen greifen und trotzdem konsequent an der Umsetzung dranbleiben. Gleichzeitig habe ich die Agenturwelt vermisst: die Kreativität, die beratende Nähe zum Kunden, das Orchestrieren von Pitchteams, das Pitchen selbst und diese ganz eigene Arbeitsweise von Agenturen. Bei IBM iX kommen für mich beide Welten zusammen.  

Was bedeutet „Growth“ für dich – jenseits des Buzzwords? 

Wer Growth heute noch als Vertriebs-KPI versteht, verwechselt Ursache und Wirkung. Für mich ist Growth kein Sprint, sondern ein Kreislauf: Jede eingelöste Erwartung – bei Kunden genauso wie bei Partnern – erzeugt den Vertrauensvorschuss für die nächste. Das habe ich bei Microsoft gelernt, als wir gemeinsam mit Agenturen das globale Modell für Cloud-Partnerschaften entwickelt haben: Die größten Wachstumssprünge entstanden nie durch einzelne Maßnahmen, sondern aus einer Fähigkeit, die Partner gemeinsam aufgebaut haben. Deshalb bringt es wenig, Technologie, Experience und Business getrennt zu betrachten. Der Kreislauf reißt meist an den Schnittstellen ab – dort, wo Teams nur ihre eigene Kennzahl im Blick haben statt das gemeinsame Ergebnis.  

Viele Unternehmen investieren aktuell in Transformation und KI. Wo liegt aktuell der größte Hebel für Wachstum bei Unternehmen?  

Ich sehe derzeit fünf zentrale Wachstumshebel:  

  1. Selbstkenntnis: Wer Qualität und Beschaffenheit seiner Daten nicht kennt, wächst mit angezogener Handbremse. Erst das kritische Hinterfragen bestehender Strukturen macht aus KI einen echten Wachstumstreiber statt eines teuren Experiments.  
  2. Befähigung: Entscheidend ist nicht nur die Technologie selbst, sondern ihre Adoption durch Mitarbeitende und Kunden. Unternehmen, die Menschen früh mitnehmen, lernen schneller und wachsen nachhaltiger.  
  3. Sicherheit: Effizienz und Produktivität dominieren viele Technologie-Debatten – Sicherheit kommt oft zu kurz. Dabei ist sie der stille Wachstumshebel: Kunden und Partner investieren nur dort, wo sie Vertrauen empfinden. Sicherheit ist damit keine Kostenstelle, sondern eine Wachstumsinvestition.  
  4. Orchestrierung: Zwischen einer guten Idee und ihrer Wirkung am Markt liegt meist nicht fehlende Kompetenz, sondern fehlende Orchestrierung. Wachstum entsteht dort, wo jemand Rhythmus, Fokus und Zusammenspiel konsequent steuert – idealerweise in einem partnerschaftlichen Modell auf Augenhöhe statt in klassischer Kunde-Dienstleister-Logik.  
  5. Orientierung: Wachstum entsteht nicht durch mehr Optionen, sondern durch schnellere, klarere Entscheidungen. Je größer die Auswahl und je unschärfer die Fachsprache, desto wichtiger wird Orientierung. Sie macht den Unterschied zwischen Unternehmen, die handeln, und solchen, die sich im Evaluieren verlieren.

Was zeichnet aus deiner Sicht Organisationen aus, die heute nachhaltig wachsen? 

Nachhaltig wachsende Organisationen verbindet weniger eine Methode als vielmehr eine Haltung: Sie verstehen Wachstum als Fähigkeit, die trainiert werden muss und nicht als Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist. Sie entscheiden datenbasiert statt aus Reflex und stellen den Kundennutzen über interne Prioritäten. Und sie sind ehrlich genug, ihre eigenen Grenzen zu kennen. 

Genau dieses Wissen um die eigenen Grenzen macht den Unterschied: Nachhaltig wachsende Unternehmen holen sich früh Partner ins Boot, die ergänzen statt nur zuliefern – bei Technologie, aber auch als Sparringspartner für Strategie und Umsetzung. Sie behandeln Service- und Technologiepartner nicht als externe Dienstleister, sondern als Teil des eigenen Wachstums-Systems. Genau darin sehe ich auch die Rolle von IBM iX: nicht als Zulieferer einzelner Leistungen, sondern als Partner, der hilft, in den nächsten Gang Richtung Zukunft zu schalten. 

Wie blickst du auf den Agentur- und Beratungsmarkt? Was ändert sich gerade?   

Der Markt verändert sich aktuell sehr grundlegend. Unternehmen suchen in ihren digitalen Aktivitäten heute keine reinen Implementierungspartner mehr. Sie brauchen Partner, die Orientierung geben, Komplexität reduzieren und aus Strategie, Technologie und Experience konkrete Ergebnisse machen.  

Das bestätigt auch das, was ich in den letzten Gesprächen mit Kunden und Interessenten immer wieder höre: „Wir brauchen kein neues System, keinen neuen Silo im Silo.“ Gefragt ist Hilfe bei der Übersicht, bei der Priorisierung, bei der langfristigen Strategie und anschließend bei der Umsetzung. Das meine ich mit Partnerschaft auf Augenhöhe: nicht ein weiteres abgekapseltes Projekt mit spezieller Kompetenz, sondern jemanden, der mitdenkt, bevor er liefert. 

Es geht nicht mehr nur darum, ein spezifisches Problem zu lösen. Es geht darum, gemeinsam Klarheit zu schaffen und Vertrauen in die nächsten Schritte aufzubauen. Dieser Wandel – weg vom Einzelproblem, hin zu echter Partnerschaft – ist der Grund, warum ich zu IBM iX gewechselt bin. Meine Erfahrung als Transformationsberaterin und Vertriebsexpertin will ich genau dort einbringen, wo Klarheit, Verantwortung und Vertrauen den Unterschied machen. Besonders motiviert mich die Chance, gemeinsam mit starken Teams und Partnern aus ambitionierten Ideen echte Wirkung für Kunden zu erreichen. 

„Mit Alexandra gewinnen wir eine starke Growth-Persönlichkeit, die strategische Klarheit, wirksame Führung und Umsetzungsstärke zusammenbringt – konsequent ausgerichtet auf den Erfolg unserer Kunden und nachhaltiges Wachstum.“

 

— Samira Imsirovic-Kaya, CEO IBM iX DACH

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