BARMER & IBM iX: Intelligente digitale Gesundheitsservices für Versicherte

Autor*innen: Roland Bruns (CIO, BARMER) & Samira Imsirovic-Kaya (CXO, IBM iX)

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8.4.2026

Roland Bruns (CIO, BARMER) & Samira Imsirovic-Kaya (CXO, IBM iX)

Hoher Kostendruck, demografischer Wandel und neue digitale Erwartungen fordern Krankenkassen heraus – und eröffnen zugleich völlig neue Chancen. Wie moderne digitale Services, nutzerzentriertes Design und agile Entwicklungsprozesse helfen können, Krankenkassen fit für die nächste Ära der Versorgung machen und wie sich die BARMER digital neu aufstellt, erzählen Roland Bruns (CIO, BARMER) & Samira Imsirovic-Kaya (CXO, IBM iX) im Interview.

  1. Das deutsche Gesundheitssystem steht enorm unter Druck. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung voran. Wie erleben Sie die aktuelle Dynamik am Markt?

Roland Bruns: „Die Digitalisierung eröffnet uns enorme Chancen – etwa durch effizientere Prozesse, individuellere Versorgung und ein deutlich verbessertes Nutzererlebnis für unsere Versicherten. Gleichzeitig stärkt sie die Prävention, weil wir das Gesundheitsverhalten besser verstehen und Services noch näher am Alltag der Menschen ausrichten können. Der Druck im Markt ist zwar spürbar, aber er wirkt für uns vor allem als Beschleuniger: Er motiviert uns, unsere Services kontinuierlich zu verbessern und dabei die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.“

Samira Imsirovic-Kaya: „Wir sehen, dass Gesundheitsdienstleister Digitalisierung längst nicht mehr als reines IT-Projekt begreifen, sondern als strategische Aufgabe, die tief in Organisation, Kultur und Angebot hineinwirkt. Der Markt verändert sich schnell – und genau darin liegt die Chance, sich neu aufzustellen und Versicherten deutlich stärkere digitale Erlebnisse zu bieten. Wer Digitalisierung als echten Gestaltungsraum versteht, kann Versorgung neu denken, Prozesse radikal vereinfachen und Innovationen schneller in die Fläche bringen.“

  1. War das auch die Motivation hinter dem Relaunch der digitalen Services der BARMER?

Roland Bruns: „Unsere Versicherten erwarten heute digitale Services, die genauso intuitiv und komfortabel bedienbar sind, wie sie es von Consumer-Apps gewöhnt sind. Wir wollen nicht nur Schritt halten, sondern die Erwartungen übertreffen – mit einer digitalen Nutzer-Experience, die einfach, sicher und smart ist.“

Samira Imsirovic-Kaya: „Die digitale Gesundheitsversorgung steht hier tatsächlich vor einem Paradigmenwechsel. Menschen erwarten nicht mehr nur digitale Funktionalität, sie wollen intelligente, nahtlose digitale Erlebnisse an allen Touchpoints. Unser Anspruch bei IBM iX ist es, genau diese gemeinsam mit der BARMER zu gestalten und sie damit fit für die Zukunft zu machen.“

  1. Was sind die Highlights der neuen Touchpoints – und was ist bereits live?

Roland Bruns: „Die neue Website und der Mitgliederbereich sind jetzt live und bieten ein deutlich verbessertes Nutzererlebnis. Wir kommen den Erwartungen junger Menschen an digitale Experiences stärker entgegen, vereinfachen sowohl die Sprache als auch die Prozesse. Gleichzeitig bleiben wir für alle zugänglich und barrierearm. Im Frühjahr 2026 folgen die App ‚Meine BARMER‘, die elektronische Patientenakte eCare und der Teledoktor. Das digitale Ökosystem der BARMER unterstützt Versicherte beim einfachen Regeln von Versicherungsanliegen, bei der selbstbestimmten Vorsorge für die eigene Gesundheit und der Versorgung im Krankheitsfall.“

Samira Imsirovic-Kaya: „Die neuen Touchpoints sind nicht nur funktional, sondern auch emotional ansprechend. Wir haben eine Illustrationssprache entwickelt, die Diversität und Empathie in den Mittelpunkt stellt. Über 80 Illustrationen sorgen für ein ansprechendes Nutzererlebnis und stärken den Wiedererkennungswert. Zudem gewährleisten definierte Stilregeln und modular aufgebaute Assets, dass die Visuals in allen Kanälen konsistent und effizient einsetzbar sind “

  1. Welche Rolle spielen Design und Technologie in der digitalen Transformation der BARMER?

Roland Bruns: „Design und Technologie sind für uns die Basis, um die digitale Transformation erfolgreich umzusetzen. Mit dem Design System von IBM iX schaffen wir Konsistenz und Effizienz über alle Kanäle hinweg. Es ermöglicht uns, neue Services schneller bereitzustellen und gleichzeitig die Qualität und Markenidentität zu sichern. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern um unser Selbstverständnis als Partner für alle Fragen rund um Gesundheit. Wir wollen Menschen in allen Belangen rund um ihr Gesundheitsmanagement stärken.“

Samira Imsirovic-Kaya: „Bei IBM iX sehen wir Design und Technologie als zwei Seiten derselben Medaille. Wir setzen auf Human-Centered Design, um Lösungen zu schaffen, die Menschen wirklich helfen und die sie auch nutzen wollen, weil sie auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Gleichzeitig setzen wir Technologie ein, um Komplexität zu reduzieren und skalierbare Services zu ermöglichen. Das Design System ist ein Schlüssel für intelligente Experiences – es verbindet Markenidentität mit technischer Exzellenz. Es schafft damit die Grundlage, um einheitliche, vertrauenswürdige und barrierearme Nutzererlebnisse über alle Kanäle hinweg bereitzustellen “ 

  1. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen BARMER und IBM iX konkret?

Samira Imsirovic-Kaya: „Wir arbeiten schon seit 7 Jahren als enge Partner auf Augenhöhe zusammen. Wir bringen End-to-End-Expertise ein – von Strategie über Experience Design bis zur Technologie-Implementierung. Gemeinsam mit der BARMER gestalten wir nicht nur digitale Services, sondern die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung.“

Roland Bruns: „IBM iX versteht unsere Vision und denkt sie mit uns weiter. Das ist entscheidend, wenn man nicht nur digitale Services bauen, sondern ein konsistentes Markenbild schaffen will, das Vertrauen vermittelt und Menschen in allen Fragen rund um ihre Gesundheit stärkt. IBM iX unterstützt uns dabei, unsere Vision in Design und Technologie umzusetzen.“

  1. Welche Herausforderungen gab es auf dem Weg und was waren Ihre wichtigsten Learnings?

Roland Bruns: „Die größte Herausforderung war, die digitale Transformation in einem komplexen Umfeld mit vielen Stakeholdern – von internen Fachbereichen und IT über externe Dienstleister bis hin zu regulatorischen Institutionen – effektiv zu steuern. Unser wichtigstes Learning: Eine klare Strategie und ein starkes Governance-Modell sind entscheidend, um große Vorhaben erfolgreich umzusetzen.“

Samira Imsirovic-Kaya: „Und: Transformation ist Teamarbeit. Die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit zwischen Design, Technologie und Fachlichkeit hat den Unterschied gemacht und das Projekt spürbar beschleunigt.“

  1. Vertrauen, Sicherheit und Vereinfachung sind zentrale Themen – wie setzen Sie diese Prinzipien um?

Roland Bruns: „Datenschutz und Sicherheit sind für uns nicht verhandelbar. Wir setzen auf höchste Standards und transparente Kommunikation. Gleichzeitig wollen wir die Nutzung so einfach wie möglich machen.“

Samira Imsirovic-Kaya: „Vertrauen entsteht nicht nur durch Sicherheit, sondern auch durch intelligente Experiences. So wird die Nutzung nicht nur sicher, sondern auch intuitiv und alltagstauglich. Gemeinsam mit der BARMER gestalten wir sichere und smarte digitale Lösungen, die Nähe und Vertrauen schaffen.“

  1. Worauf können sich Versicherte und Partner der BARMER in Zukunft freuen?

Roland Bruns: „Auf eine digitale Gesundheitswelt, die immer intelligenter wird – mit Services, die proaktiv unterstützen und den Alltag erleichtern.“

Samira Imsirovic-Kaya: „Und auf ein selbstbestimmteres Gesundheitsmanagement. Eine Experience, die wir kontinuierlich weiterdenken – ganzheitlich, nutzerzentriert und datengetrieben.

  1. Was nehmen Sie persönlich aus diesem Projekt mit?

Roland Bruns: „Dass digitale Transformation nur gelingt, wenn man die Menschen in den Mittelpunkt stellt.“

Samira Imsirovic-Kaya: „Und dass Partnerschaft auf Augenhöhe der Schlüssel ist, um große Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.“

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